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Die Überwinterung der Bart-Iris

Daria · 02.04.2025.

Die Bart-Iris ist in den meisten mitteleuropäischen Klimazonen eine zuverlässig winterharte Staude, die auch strenge Fröste gut überstehen kann. Ihre Widerstandsfähigkeit verdankt sie den kräftigen Rhizomen, die als unterirdische Speicherorgane dienen und genügend Energie für den Neuaustrieb im Frühjahr bereithalten. Trotz dieser angeborenen Robustheit gibt es einige herbstliche Pflegemaßnahmen und Vorkehrungen, die dazu beitragen können, die Pflanzen sicher durch die kalte Jahreszeit zu bringen und Winterschäden zu minimieren. Die größte Gefahr im Winter ist dabei weniger die Kälte selbst, sondern vielmehr die Kombination aus Nässe und Frost. Dieser Artikel erläutert die wichtigsten Schritte zur optimalen Vorbereitung der Bart-Iris auf den Winter.

Die Vorbereitungen für eine erfolgreiche Überwinterung beginnen bereits im Spätsommer und Herbst. Eine entscheidende Maßnahme ist das Einstellen jeglicher Düngergaben ab Mitte August. Eine späte Düngung würde die Pflanze zu einem Neuaustrieb anregen, der vor dem Winter nicht mehr ausreifen kann und somit besonders frostempfindlich wäre. Die Pflanze muss die Möglichkeit haben, ihr Wachstum einzustellen und sich auf die Einlagerung von Reservestoffen in das Rhizom zu konzentrieren. Dies ist ein natürlicher Prozess, der die Winterhärte maßgeblich erhöht.

Eine der wichtigsten aktiven Maßnahmen im Herbst ist der Rückschnitt der Blätter. Dieser sollte erfolgen, nachdem die ersten leichten Fröste das Laub unansehnlich gemacht haben, meist im späten Oktober oder November. Die Blätter werden fächerförmig auf eine Länge von etwa 10 bis 15 Zentimetern eingekürzt. Dieser Schnitt dient nicht nur der Optik, sondern hat wichtige phytosanitäre Gründe: Er entfernt überwinternde Pilzsporen und Schädlings-Eier und verbessert die Luftzirkulation um das Rhizom, was die Fäulnisgefahr reduziert.

Nach dem Rückschnitt ist es essenziell, das Beet gründlich zu säubern. Alle abgeschnittenen Blätter, herabgefallenes Laub von umliegenden Bäumen und sonstiges organisches Material sollten sorgfältig entfernt werden. Ein sauberes Beet bietet Schädlingen wie Schnecken oder Wühlmäusen weniger Versteckmöglichkeiten und verringert den Infektionsdruck durch Pilzkrankheiten im Frühjahr. Ein ordentlicher „Winterschnitt“ legt den Grundstein für einen gesunden Start in die neue Saison.

Der herbstliche rückschnitt

Der Rückschnitt der Blätter im Herbst ist eine der zentralen Pflegemaßnahmen zur Vorbereitung der Bart-Iris auf den Winter. Über den richtigen Zeitpunkt und das Ausmaß des Schnitts gibt es zwar unterschiedliche Ansichten, doch ein moderater Rückschnitt hat sich in der Praxis bewährt. Der ideale Zeitpunkt ist der Spätherbst, typischerweise nach den ersten leichten Frösten. Zu diesem Zeitpunkt hat die Pflanze die Nährstoffe aus den Blättern bereits weitgehend in das Rhizom zurückgezogen, und das Laub beginnt ohnehin zu vergilben und unansehnlich zu werden. Ein zu früher Schnitt würde die Pflanze daran hindern, diesen wichtigen Prozess der Nährstoffeinlagerung vollständig abzuschließen.

Die Technik des Rückschnitts ist einfach. Mit einer scharfen, sauberen Gartenschere werden die Blätter jedes Fächers auf eine einheitliche Länge von etwa 10 bis 15 Zentimetern gekürzt. Es ist üblich, die Blätter dabei fächerförmig oder schräg anzuschneiden, sodass die äußeren Blätter etwas kürzer sind als die inneren. Dies sieht nicht nur ordentlich aus, sondern hilft auch, dass Wasser besser von den Schnittkanten abläuft. Das Ziel ist es, den Großteil der alten Blattmasse zu entfernen, aber einen kleinen Teil stehen zu lassen, der das Herz der Pflanze, den Vegetationspunkt, schützt.

Die Gründe für diesen herbstlichen Schnitt sind vielfältig. Aus phytosanitärer Sicht ist es die wichtigste Maßnahme, um den Kreislauf von Krankheiten und Schädlingen zu durchbrechen. Auf den alten Blättern überwintern die Sporen der Blattfleckenkrankheit sowie die Eier von Schädlingen wie der Iris-Bohrfliege. Durch das Entfernen und die sachgerechte Entsorgung des Laubs im Hausmüll wird die Menge an potenziellen Schaderregern für das nächste Jahr drastisch reduziert.

Ein weiterer Vorteil des Rückschnitts ist die verbesserte Belüftung des Rhizoms während des Winters. Lange, nasse und sich zersetzende Blätter, die auf dem Boden liegen, schaffen ein feuchtes Mikroklima direkt am Rhizom. Dies erhöht die Gefahr von Fäulnis, besonders in Wintern mit wenig Schnee und viel Regen. Ein kurzer Blattschopf hingegen trocknet schnell ab und lässt Luft und Licht an den Wurzelstock. Dies trägt maßgeblich zur Gesunderhaltung der Pflanze während der feuchten und kalten Jahreszeit bei.

Winterschutz: Wann und wie?

Für die meisten etablierten Sorten der Bart-Iris ist in einem durchschnittlichen mitteleuropäischen Winter kein spezieller Winterschutz erforderlich. Ihre Winterhärte ist in der Regel völlig ausreichend. Ein Winterschutz kann jedoch in bestimmten Situationen sinnvoll und notwendig sein. Dies gilt insbesondere für frisch gepflanzte oder geteilte Iris, die im Herbst gesetzt wurden und noch nicht vollständig im Boden verwurzelt sind. Auch in besonders rauen, kontinentalen Klimazonen mit extrem tiefen Temperaturen und wenig schützender Schneedecke oder in exponierten, windigen Lagen kann ein Schutz ratsam sein.

Wenn ein Winterschutz angebracht wird, ist es entscheidend, das richtige Material und den richtigen Zeitpunkt zu wählen. Die Abdeckung sollte erst nach den ersten stärkeren Frösten aufgebracht werden, wenn der Boden bereits leicht gefroren ist. Eine zu frühe Abdeckung würde Nagetiere anlocken, die unter dem Schutz ein gemütliches Winterquartier suchen und sich an den Rhizomen gütlich tun. Das ideale Material für den Winterschutz ist luftig und leicht und staut keine Feuchtigkeit. Am besten bewährt haben sich Tannen- oder Fichtenreisig. Die Zweige werden locker über die Pflanzen gelegt und bieten Schutz vor scharfen Winden und der Wintersonne, lassen aber gleichzeitig genügend Luft zirkulieren.

Absolut ungeeignet als Winterschutz für Bart-Iris sind Materialien, die sich mit Wasser vollsaugen, schwer werden und die Luftzirkulation unterbinden. Dazu gehören Rindenmulch, Rasenschnitt, eine dicke Schicht Laub oder Plastikfolien. Solche Abdeckungen führen fast unweigerlich zu Fäulnis am Rhizom, da sie ein permanent feuchtes Klima schaffen. Die größte Gefahr im Winter ist die Nässe, nicht die Kälte. Ein guter Winterschutz muss daher immer atmungsaktiv sein.

Das Entfernen des Winterschutzes im Frühjahr ist ebenso wichtig. Sobald die stärksten Fröste vorbei sind und die Tage wieder länger und wärmer werden, in der Regel im März, sollte die Abdeckung schrittweise entfernt werden. Lässt man den Schutz zu lange auf den Pflanzen, kann dies zu einem verfrühten, weichen Austrieb führen, der durch späte Fröste gefährdet ist. Zudem verhindert die Abdeckung, dass die Frühlingssonne den Boden erwärmen und abtrocknen kann, was für einen gesunden Start in die neue Saison wichtig ist.

Die gefahr der winternässe

Die größte Bedrohung für Bart-Iris während des Winters ist nicht der Frost, sondern übermäßige Feuchtigkeit im Boden. Ihre fleischigen Rhizome sind extrem anfällig für Fäulnis, wenn sie über längere Zeit in kaltem, nassem Boden liegen. Dies gilt insbesondere für schwere, undurchlässige Lehm- oder Tonböden. Während eine schützende Schneedecke die Pflanzen vor extremen Kahlfrösten isoliert, sind regenreiche, schneearme Winter, wie sie in vielen Regionen immer häufiger vorkommen, besonders problematisch.

Die beste und wichtigste Maßnahme gegen Winternässe ist eine gute Bodenvorbereitung bereits bei der Pflanzung. Ein Standort mit exzellenter Drainage ist die Lebensversicherung für jede Bart-Iris. Dies kann durch die Wahl eines natürlichen Hanges, die Anlage eines Hochbeetes oder die großzügige Einarbeitung von Sand, Splitt oder Kies in den Pflanzbereich erreicht werden. Wenn der Boden gut drainiert ist, kann überschüssiges Wasser schnell abfließen, und die Rhizome bleiben relativ trocken, selbst während nasser Perioden.

Die flache Pflanzweise, bei der die Oberseite des Rhizoms aus der Erde herausschaut, trägt ebenfalls dazu bei, Fäulnis zu verhindern. Ein Rhizom, das von Erde oder Mulch bedeckt ist, bleibt länger feucht und ist anfälliger. Der herbstliche Rückschnitt der Blätter und das Sauberhalten des Beetes unterstützen diesen Effekt, indem sie für eine gute Luftzirkulation sorgen und verhindern, dass sich eine feuchte Decke aus verrottendem Laub über den Rhizomen bildet.

In extremen Fällen, beispielsweise bei Pflanzen, die in einer Senke oder an einem bekanntermaßen sehr nassen Standort stehen, kann es sinnvoll sein, vor dem Winter temporäre Drainagerinnen zu ziehen, um Oberflächenwasser abzuleiten. Man sollte den Zustand der Pflanzen auch während des Winters an frostfreien Tagen gelegentlich kontrollieren. Wenn sich Wasser im Beet sammelt, müssen Maßnahmen ergriffen werden. Langfristig ist jedoch die einzige Lösung für einen zu nassen Standort die Verpflanzung der Iris in einen besser geeigneten Bereich des Gartens.

Sonderfall: Überwinterung im topf

Die Überwinterung von Bart-Iris, die in Kübeln oder Töpfen kultiviert werden, erfordert besondere Aufmerksamkeit, da der Wurzelballen hier den tiefen Temperaturen viel direkter ausgesetzt ist als im Freiland. Ein vollständiges Durchfrieren des Topfes kann die Rhizome und Wurzeln schädigen oder sogar zerstören. Gleichzeitig darf der Wurzelballen über den Winter aber auch nicht vollständig austrocknen. Die richtige Balance zwischen Schutz vor Frost und ausreichender Belüftung ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

Der ideale Überwinterungsort für getopfte Iris ist ein kühler, heller und geschützter Platz, beispielsweise an einer Hauswand unter einem Dachvorsprung. Dort sind die Töpfe vor den stärksten Niederschlägen und eisigen Winden geschützt. Um das Durchfrieren des Wurzelballens zu verhindern, sollte der Topf selbst gut isoliert werden. Man kann den Kübel in Jutesäcke, Luftpolsterfolie oder Vlies einwickeln. Es ist auch sehr effektiv, den Topf auf eine Styroporplatte oder ein dickes Holzbrett zu stellen, um ihn von der Kälte des gefrorenen Bodens zu entkoppeln.

Die Wasserversorgung muss im Winter stark reduziert, aber nicht vollständig eingestellt werden. An frostfreien Tagen sollte die Feuchtigkeit des Substrats gelegentlich überprüft werden. Wenn sich die Erde trocken anfühlt, wird sparsam gegossen, gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht komplett austrocknet. Staunässe muss unter allen Umständen vermieden werden, daher ist ein freies Abzugsloch am Topfboden auch im Winter unerlässlich. Der Topf sollte niemals in einem mit Wasser oder Eis gefüllten Untersetzer stehen.

Eine weitere Möglichkeit ist das sogenannte „Einschlagen“ der Töpfe. Dabei werden die Töpfe in ein leeres Beet im Garten bis zum Rand in die Erde eingesenkt. Die umgebende Erde bietet eine natürliche und sehr effektive Isolierung gegen Frost. Die Oberfläche des Topfes kann zusätzlich mit etwas Reisig abgedeckt werden. Diese Methode ahmt die Bedingungen im Freiland am besten nach und ist eine sehr sichere Art, getopfte Pflanzen über den Winter zu bringen.

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